Methodik
AI Literacy Heptagon
Das AI Literacy Heptagon ist ein Modell zur Einordnung von KI-Kompetenz in sieben Dimensionen und vier Stufen. Es beschreibt, was ein Mensch oder ein Team im Umgang mit KI tatsächlich kann, jenseits der Frage, welche Werkzeuge jemand schon benutzt hat.
Die meisten Kompetenzmessungen im KI-Umfeld zählen Zugänge. Wie viele Leute haben einen Account, wie viele haben eine Schulung besucht. Beides sagt nichts darüber, ob jemand ein Ergebnis beurteilen kann.
Das Heptagon ist die Antwort darauf. Es entstand aus der Forschung von Dr. Vroni Hackl und ist in unseren Formaten das Werkzeug, mit dem eine Standortbestimmung überhaupt möglich wird.
Nachlesen könnt ihr das vollständig: Veronika Hackl, Alexandra Elena Müller und Maximilian Sailer, „The AI literacy heptagon: A structured approach to AI literacy in higher education", erschienen in Computers and Education: Artificial Intelligence. Der Beitrag ist Open Access, es gibt keine Bezahlschranke.
Entwickelt wurde das Modell für die Hochschulbildung. In unseren Formaten nutzen wir es für Teams in Unternehmen, weil die Frage dieselbe ist: Was kann jemand wirklich, unabhängig davon, welche Werkzeuge er schon gesehen hat.
Das Modell als Bild
Sieben Dimensionen · vier Entwicklungsstufen
Kompetenz ist ein Profil, kein einzelner Wert.
Die sieben Punkte stehen für technisches Wissen, Anwendung, kritisches Denken, Strategie, Ethik, Recht und gesellschaftliche Wirkung. Erst ihr Zusammenspiel zeigt, wo ein Team sicher handelt und wo das nächste Lernfeld liegt.
Die sieben Dimensionen des AI Literacy Heptagon.
Jede Dimension wird einzeln eingeordnet. Wichtig ist, dass sie unterschiedlich weit entwickelt sein können: jemand kann technisch versiert sein und gleichzeitig blind für rechtliche Fragen.
Die vier Entwicklungsstufen der KI-Kompetenz.
Der praktische Nutzen liegt in der Lücke. Wenn eine Selbsteinschätzung im Team ergibt, dass Anwendung auf Stufe drei liegt und Recht auf Stufe eins, ist damit auch der nächste Schritt benannt. Genau das ist der Unterschied zu einer Schulung nach Katalog.
Einsatz des AI Literacy Heptagon in Unternehmen.
Im Bootcamp
Als Selbsteinordnung im Grundlagenmodul. Das Team sieht seine eigene Bandbreite und weiß danach, worüber es redet.
In der Strategie
Als Personen-Ebene der Reifegrad-Analyse, ergänzend zur Organisations-Ebene mit fünf Dimensionen.
In der Klausur
Als Einstieg am ersten Abend. Danach kennt die Gruppe ihre Spannweite, und die Gespräche werden konkreter.
Häufige Fragen
KI-Kompetenz messen: was oft gefragt wird.
Was ist das AI Literacy Heptagon?
Ein Modell zur Einordnung von KI-Kompetenz in sieben Dimensionen und vier Stufen, entwickelt aus der Forschung von Dr. Vroni Hackl an der Universität Passau. Es beschreibt, was ein Mensch oder ein Team im Umgang mit KI tatsächlich kann, unabhängig davon, welche Werkzeuge jemand schon benutzt hat.
Wie misst man KI-Kompetenz in einem Team?
Nicht über Accounts oder besuchte Schulungen, sondern über ein Profil entlang der sieben Dimensionen: technisches Wissen, Anwendung, kritisches Denken, Strategie, Ethik, Recht und gesellschaftliche Wirkung. Jede Dimension wird einzeln auf einer von vier Stufen eingeordnet. Im Reifegrad-Check kommt eine anonyme Selbsteinschätzung mit Interviews zusammen, die Lücke zwischen Eigen- und Fremdbild ist meist der wichtigste Befund.
Deckt das Heptagon die KI-Kompetenz nach Artikel 4 EU AI Act ab?
Artikel 4 verlangt ausreichende KI-Kompetenz aller, die KI-Systeme beruflich einsetzen, nennt aber kein Format. Das Heptagon macht messbar, was ausreichend heißt, und liefert die Dokumentation dafür. Im Bootcamp ist die Selbsteinordnung Teil des Grundlagenmoduls, mit Teilnahmebestätigung.