Κarl ist seit Jahren da. Im Newsletter, zwischen Blogbeiträgen, manchmal als kleines Wesen am Slide-Rand. Trotzdem hat ihn nie jemand offiziell vorgestellt. Kein Steckbrief, keine Mission, kein „Hi, ich bin Karl“. Diese Lücke wollte ich schließen. Nicht in zwei Tagen, sondern in einer Sitzung. Mein Werkzeug der Wahl: Claude Cowork.
Was dabei rausgekommen ist: ein 10-Slide-Deck, das Karl von der Begrüßung bis zum LinkedIn-Debüt komplett aufzieht. Ein wiederverwendbarer Skill für jede künftige Markenfigur. Und die Erkenntnis, dass der eigentliche Trick bei Cowork nicht im Prompt steckt. Sondern in dem, was vor dem Prompt passiert.
Warum Claude Cowork für markenkonforme Präsentationen besser funktioniert als reines Prompten
Ich hätte das Deck auch in PowerPoint von Hand bauen können. Slide für Slide, Bild für Bild, Formulierung für Formulierung. Das kenne ich. Und es dauert. Was mich bei Cowork überzeugt hat: Es kennt nicht nur den Prompt, sondern den ganzen Projektordner. Bilder, Briefing, Tonalitätsregeln, Skill, alles fließt automatisch in jede Antwort ein. Das ist ein anderer Modus als reines Prompten. Es fühlt sich weniger wie „frag die KI“ an und mehr wie „arbeite mit jemandem zusammen, der dein Briefing schon gelesen hat“.
Der zweite Grund: Skills. Einmal sauber gebaut, lassen sie sich beliebig wiederverwenden. Karla, Karls Schwester, kommt als Nächstes. Ich werde dasselbe Rezept nutzen. Nullaufwand für die zweite Vorstellung.
Der eigentliche Trick steckt nicht im Prompt - sondern in dem, was vor dem Prompt passiert.
Kathi Kliem
Vier Dateien als Briefing: Charakter-Profil, CI, Custom Instructions und Skill
Ich gebe es ehrlich zu. Mein erster Reflex war, sofort einen Chat zu öffnen und Cowork die Präsentation aufsetzen zu lassen. Mache ich nicht mehr. Stattdessen habe ich mir 45 Minuten Zeit genommen, um vier Dateien aufzubauen, ja die habe ich auch mit Cowork erstellt, aber den inhaltlichen Input habe ich selbst gegeben. Cowork hat sauber formuliert und strukturiert, ich habe entschieden, was Karl ausmacht. Genau diese Vorbereitung ist der Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem richtig guten Ergebnis.
1. Das Charakter-Briefing. Ein Markdown-Dokument, das Karl als Person beschreibt. Wer ist er, woher kommt er, was ist seine Mission, wie spricht er, was sind seine Quirks. Nichts Akademisches, eher wie ein Steckbrief für ein neues Teammitglied.
2. Die CI-Datei. Karls Visual System auf einer Seite. Die Glow-Farbe (#FFB300), das Karl-Night-Blau (#1C2332), Schriften, Bildregeln, Layout-Logik. Damit Cowork Bilder und Slides konsistent zusammensetzen kann, braucht es diesen Spickzettel.
3. Custom Instructions. Das ist das, was Karl klingen lässt wie Karl. Er duzt jede Person. Er nutzt keine Emojis, sondern ASCII-Smileys (:), ;), :D, <3). Das ist ein kleines Easter Egg aus seiner Chatbot-Vergangenheit. Ohne diese Anweisung schreibt Cowork höflich, aber neutral. Mit der Anweisung schreibt es Karl.
4. Der Skill. Ein 10-Slide-Rezept für Brand-Charakter-Vorstellungen, das ich bewusst generisch gehalten habe. Damit ich es für Karla, Karl junior und alles, was noch kommt, einfach wieder ausführen kann.
Dazu kamen 16 Karl-Bilder in unterschiedlichen Stimmungen. Feiernd, neugierig, präsentierend, warm. Cowork sucht sich pro Slide das passende Bild selbst aus.


Claude Cowork einrichten: Projekt, Workspace-Ordner und Custom Instructions in fünf Minuten
Das eigentliche Setup in Cowork war in fünf Minuten erledigt. Neues Projekt anlegen („Karl – Markenvorstellung“). Workspace-Ordner verbinden. Custom Instructions einfügen. Fertig. Den Skill habe ich nicht extra hochgeladen, weil er als SKILL.md im Ordner liegt. Cowork erkennt ihn automatisch.





Ein Prompt, ein fertiges PowerPoint-Deck in Markenstimme
Ich öffne einen neuen Chat im Karl-Projekt und schreibe einen einzigen Satz: „Erstelle Karls Vorstellungs-Deck nach dem Skill in diesem Ordner.“
Das war’s.
Cowork liest das Briefing, erkennt den Skill, geht durch die zehn Slide-Slots, schreibt jede Slide in Karls Stimme, wählt aus den 16 Bildern die passende Stimmung und exportiert ein fertiges PowerPoint. Während ich beobachtet habe, wie Slide 6 („Mein kleines Geheimnis“) die ASCII-Smileys-Story sauber aufzieht, war mir klar: Was ich hier sehe, hätte mich von Hand zwei Tage gekostet.
So klingt Karl auf zehn Slides: Tonalität, Visuals und Easter Egg im Deck
Auf zehn Slides macht Karl alles selbst. Er begrüßt, stellt sich vor, erklärt seine Mission, beschreibt seine Persönlichkeit, gibt Tonalitäts-Beispiele, lüftet sein ASCII-Smileys-Geheimnis, zeigt seine visuelle Welt, listet seine Touchpoints (mit dem neuen LinkedIn-Eintrag), teasert Karla an und verabschiedet sich mit <3.
Was mir an diesem Deck am meisten gefällt: Es ist nicht austauschbar. Jede Slide trägt einen Stil-Quirk, den ich vorher im Briefing festgelegt habe. Den Glow auf dunklem Hintergrund. Die Mono-Schrift für Zitate. Die Tatsache, dass Karl niemals ernst klingt. Ohne diese Vorarbeit wäre das ein höfliches, aber generisches Maskottchen-Deck geworden. Mit der Vorarbeit ist es Karl.
Dieselbe Methode für jeden Brand-Charakter: PowerPoints, Avatare und Marketing-Personas
Das Spannende an diesem Use Case ist nicht nur das Maskottchen. Sondern die Methode dahinter. Briefing plus CI plus Custom Instructions plus Skill, das ist eine Blaupause, die du auf so gut wie jeden markengetriebenen Use Case übertragen kannst.
01 · SALES & PITCHES
Markenkonforme PowerPoint-Decks für Sales, Pitches und Schulungen.
Wenn dein Workspace-Ordner die CI-Datei, Logos, Bildwelt und Stimme deiner Marke enthält, baut Cowork dir jede Präsentation in deinem Look. Du sagst nur noch „Erstelle ein 12-Slide-Deck zu Thema X für Zielgruppe Y“ und sparst dir die manuelle Slide-Schmiede komplett.
02 · PERSONA-ARBEIT
Marketing-Avatare und Buyer Personas.
Statt Karl könntest du genauso gut deine Wunschkunde Mark, die IT-Entscheiderin Sarah oder einen Spokesperson-Avatar für eine Kampagne aufsetzen. Briefing zur Person, CI zur visuellen Welt, Custom Instructions zur Stimme. Cowork erstellt dir Persona-Decks, Interview-Skripte oder Werbetext-Beispiele, die alle aus derselben konsistenten Figur sprechen.
03 · CONTENT-FORMATE
Wiederkehrende Content-Formate in Markenstimme.
Newsletter-Templates, LinkedIn-Posts, FAQ-Seiten, Webinar-Outlines, Onboarding-Materialien für neue Teammitglieder. Überall da, wo du sonst jedes Mal neu erklären müsstest, wie eure Marke klingt, übernimmt das einmalig der Custom-Instructions-Block.
04 · SUB-BRANDS
Mehrere Markencharaktere im selben System.
Wenn deine Marke mit Sub-Brands arbeitet oder wie wir mehrere Maskottchen einführt (Karl, Karla und perspektivisch noch mehr), genügt pro Charakter ein eigener Skill. Das Setup bleibt gleich, der Output bleibt konsistent.

Sieben Aha-Momente, die ich für Marketing-Projekte mitnehme
Wenn du selbst mit Cowork arbeitest oder einsteigen willst, sind das die sieben Dinge, die ich nach diesem Use Case sicher weiß.
Cowork ist nur so gut wie dein Briefing.
Fünf Minuten Vorbereitung schlagen jede Prompt-Optimierung. Wenn das Briefing wackelt, wackelt auch das Ergebnis.
Custom Instructions machen den Charakter.
Ohne sie ist Cowork höflich und neutral. Mit ihnen klingt es wie deine Marke.
Skills sind Wiederverwendung pur.
Was du einmal sauber baust, kannst du beliebig oft anwenden. Karla wird denselben Skill nutzen wie Karl. Beim zweiten Durchlauf sind es Minuten, nicht Stunden.
Cowork sieht den ganzen Ordner.
Briefing, CI, Bilder, Skill, alles fließt automatisch ein. Genau dieser Unterschied ist es, was Skills Engineering vom klassischen Prompting unterscheidet.
Echte Markenarbeit braucht echte Assets.
Karl wirkt nicht zufällig charmant. Jeder Stil-Quirk hat einen Grund — die ASCII-Smileys, der Glow, die Mono-Schrift. Wenn du diese Logik nicht aufschreibst, kann Cowork sie nicht reproduzieren.
Der Aufwand verschiebt sich nach vorne.
Statt jedes Mal mühsam zu prompten, baust du einmal sauber und erntest danach. Nicht jedes Mal neu, sondern einmal richtig.
Was sonst Tage dauert, geht in einer Stunde.
Konzept, Tonalität, Slides, Visuals, Export — alles parallel statt seriell. Genau das war für mich der „Wow“-Moment.
Der nächste Use Case für deine Marke
Wenn du mit dem Gedanken spielst, einen eigenen Markencharakter zu entwickeln, eine markenkonforme Präsentation zu bauen oder einen Marketing-Avatar für deine Kampagne zu erstellen, ist das mein konkreter Tipp für den nächsten Schritt: Fang nicht mit dem Prompt an. Schreib zuerst ein Briefing. Eine Seite reicht. Wer ist die Figur oder Marke? Wie spricht sie? Welche Quirks hat sie? Was sind die drei wichtigsten visuellen Regeln? Pack das Ergebnis zusammen mit deinen Bildern in einen Cowork-Projektordner. Diese eine Stunde Vorarbeit, die du heute investierst, spart dir die nächsten zehn Decks.
DIE CHECKLISTE: Deine 8 Schritte zum Markencharakter
Wenn du das auch ausprobieren willst, hier meine Schritt-für-Schritt-Liste. Genau so bin ich vorgegangen, als ich Karl mit Cowork aufgesetzt habe. Geh die Punkte einfach von oben nach unten durch – wer sich nicht ablenken lässt, ist in unter einer Stunde startklar.
01
Claude Desktop-App installieren
Mac oder Windows, einloggen, Cowork-Modus aktivieren. Cowork läuft nur in der Desktop-Variante, nicht im Browser.
02
Projektordner anlegen
Irgendwo auf dem Rechner, sprechender Name (z. B. „Mein Markencharakter“). In diesen Ordner kommt alles, was Cowork lesen soll.
03
Mini-Briefing schreiben
Eine briefing.md mit fünf Fragen: Wer ist die Figur? Mission? Stimme (mit Beispielen)? Drei visuelle Regeln? Easter Egg?
04
Bilder reinlegen
Verschiedene Stimmungen (feiernd, neugierig, warm, präsentierend). Cowork wählt pro Slide das passende selbst aus.
05
Custom Instructions eintragen
Wie spricht die Figur? Duzen oder Siezen, Emojis ja oder nein, Tempo, Quirks. Konkret, nicht „locker“.
06
Skill bauen
erarbeite zusammen mit Claude einen passenden skill, wie das geht?
07
Workspace-Ordner mit Cowork verbinden
Neues Projekt in der Desktop-App, Ordner anhängen, fertig.
08
Einen einzigen Satz im Chat schreiben
Z. B. „Erstelle das Vorstellungs-Deck für meine Marke nach dem Briefing in diesem Ordner.“ Mehr braucht es nicht.

FÜR AGENTUREN, TEAMS & UNTERNEHMEN
Lust auf mehr? Komm mit deinem ganzen Team ins KI Marketing Bootcamp.






