KI und Recht: Navigation durch das rechtliche Neuland mit Experte Christian Koch

"Es ist wie Einkaufen ohne BGB - wir befinden uns im Wilden Westen!" - Christian Koch

Als das KI Marketing Bootcamp an den Start ging, stellte sich natürlich die Frage: Wie setzen wir generative KI rechtssicher im Marketing ein? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben den Rechtsexperten Christian Koch befragt und unsere Schulungs-Materialien auf den Prüfstand gestellt. Letzte Woche durften wir ihn für ein aufschlussreiches Webinar zum Thema „KI und Recht“ gewinnen.

In diesem Blogbeitrag fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse für dich zusammen und gebe praxisnahe Beispiele, damit du auf der sicheren Seite bist, wenn du KI in deinem Arbeitsalltag nutzt.

Inhaltsverzeichnis

Über Christian Koch

ist Rechtsanwalt und Experte für Informationstechnologierecht sowie Urheber- und Medienrecht. Er hat Rechtswissenschaften an den Universitäten in Trier und Gießen studiert und ist seit 2008 als Rechtsanwalt zugelassen. Seit 2013 trägt er den Titel Fachanwalt für Informationstechnologierecht und seit 2019 ist er zusätzlich Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht. In dieser Schnittmenge berät Christian Koch Unternehmen und Behörden zu allen rechtlichen Fragen rund um das Digitalrecht, mit besonderem Fokus auf die Umsetzung der EU-Gesetzgebung . Außerdem ist er Lehrbeauftragter für IT-Recht und Mitglied verschiedener Anwaltsvereinigungen wie dem Deutschen Anwaltsverein (DAV) und der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik e.V. (DGRI).

Was ist generative KI und wo gibt es rechtliche Grauzonen?

Zu Beginn erklärte Christian Koch, worauf wir uns aktuell einlassen, wenn wir generative KI einsetzen: „Es ist wie Einkaufen ohne BGB – wir befinden uns im Wilden Westen!“ Die Rechtsprechung hinkt der rasanten technologischen Entwicklung hinterher, wodurch viele rechtliche Grauzonen entstehen.

 

Als Beispiel nannte Koch die Bildergenerierungs-Tools wie DALL-E, Midjourney oder Stable Diffusion: Durch die Verwendung von Millionen urheberrechtlich geschützter Bilder für das Training der KI könnte man bereits in einer rechtlichen Grauzone unterwegs sein.

 

Darf ich personenbezogene Daten für die KI-Analyse nutzen?

Wir haben auch über ein spannendes Beispiel gesprochen: Was passiert, wenn ich meine CRM-Daten mit Vornamen, Nachnamen etc. in eine KI wie ChatGPT einspiele, um sie zu analysieren? Christian Koch erklärte, dass dies besondere Anforderungen der DSGVO erfüllen muss.

 

 

Du stößt damit Verarbeitungsvorgänge von personenbezogenen Daten an und bräuchtest eine Rechtsgrundlage aus Artikel 6 DSGVO, zum Beispiel die Einwilligung der Personen.

 

Auch wenn du die Daten nur für eine Sentimentanalyse von Kunden-Reviews nutzen möchtest, können Personen durch Pseudonyme identifizierbar sein. Mit der richtigen Vorgehensweise und dem nötigen Einverständnis kannst du aber sicher und erfolgreich KI-Analysen durchführen und die Vorteile dieser Technologie voll ausschöpfen.

 

Marken- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch KI vermeiden

Was ist, wenn ich mit einer Bildgenerierungs-KI ein Werbemotiv für eine Stellenkampagne erstelle und dabei zufällig bekannte Markenlogos wie das Apple-Logo auftauchen? Oder wenn ein generiertes Fantasie-Gesicht einer realen Person zu ähnlich sieht?

 

Christian Koch erklärte, dass es hier wichtig ist, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen: „Überragend bekannte Marken wie Apple verfolgen Markenverletzungen sehr konsequent. Und wenn ein KI-Bild einer realen Person zu ähnlich wird, kann es eine Persönlichkeitsrechtsverletzung sein.

 

Aber keine Sorge! Mit ein paar einfachen Tricks kannst du solche Risiken leicht vermeiden. Sei im Prompt sehr spezifisch, beispielsweise durch die Vorgabe auffälliger Merkmale wie blauen Haaren. Und generierte Marken- und Personenmotive sicherheitshalber nicht ohne rechtliche Absicherung einsetzen. So kannst du die Vorteile der KI-Technologie voll ausschöpfen und gleichzeitig rechtlich auf der sicheren Seite bleiben.

Urheberrechtliche Herausforderungen bei KI-generierten Inhalten

Aber was ist mit Inhalten, die die KI selbst generiert hat – zum Beispiel Texte, Bilder oder Logos? Christian Koch erklärte: „KI-generierte Werke sind urheberrechtlich nicht schutzfähig, da keine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen vorliegt.

 

Es gibt jedoch gute Nachrichten: Du kannst selbst geschaffene KI-Inhalte trotzdem schützen! Ein generiertes Logo lässt sich beispielsweise als Bildmarke eintragen. Im Bereich der Markenrechte spielt es keine Rolle, ob ein Mensch oder eine KI das Motiv erschaffen hat. So kannst du die Vorteile der KI-Technologie nutzen und gleichzeitig deine Inhalte rechtlich absichern.

Webinar Aufzeichnung

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Ausblick: Der AI Act als neue Regulierung

Die Rechtsunsicherheit im Umgang mit generativer KI wird sich jedoch bald ändern: Mit dem AI Act der EU-Kommission kommt eine erste umfassende Regulierung auf uns zu. Christian Koch gab einen Ausblick:

 

Der Sheriff ist auf dem Weg! Der AI Act wurde beschlossen und wird im Juni in Kraft treten. Er führt einen risikobasierten Ansatz ein und bringt mehr Transparenz, indem KI-Systeme gekennzeichnet werden müssen.

 

Während KI-Systeme mit geringem Risiko wenige Auflagen haben, müssen Hochrisiko-Anwendungen hohe Anforderungen erfüllen. So sollen Verbraucher besser vor Gefahren durch KI geschützt werden.

 

Für Marketing und kreative Berufe bedeutet dies: Mehr Klarheit und Rechtssicherheit stehen bevor. Die wilden Zeiten werden ein Ende haben, aber dafür können wir die Potenziale von KI dann mit gutem Gewissen voll ausschöpfen!

 

Den AI Act und die komplexen rechtlichen Themen im Blick zu behalten, wird für Unternehmen essentiell sein. Aber dank Experten wie Christian Koch muss man sich der Herausforderung nicht alleine stellen.

Möchtest du tiefer in die Materie einsteigen?

Dann bist du bei unserem KI Marketing Bootcamp genau richtig!

 

Hier lernst du, die Tools wie ChatGPT rechtssicher und gewinnbringend einzusetzen. Werde Prompt-Profi und mache generative KI zu deinem Wettbewerbsvorteil!

 

Im praxisnahen Kurs erwirbst du das nötige Fachwissen, um KI nahtlos in deinen Arbeitsalltag zu integrieren und wertvolle Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben zu gewinnen.

Wer hat's geschrieben?

Das könnte Dich auch interessieren:
Ein Detailfoto, das eine Hand eines Geschäftsmannes im Anzug zeigt, die aus einer Spraydose mit dem Etikett „AI WASHING“ einen cyanfarbenen Dunst auf eine rissige Betonwand sprüht. Die Spraydose ist eine silberne Metalldose mit einem goldfarbenen Etikett und einem schwarzen Sprühkopf, die er mit Daumen und Zeigefinger hält. An seiner Hand trägt er einen goldenen Ehering und eine goldene Armbanduhr mit einem hellen Zifferblatt, die am Handgelenk sichtbar ist. Auf der rissigen Betonwand sind links einige Wörter eingeritzt, darunter „DOWNSIZING“, „LAYOFFS“, „DOWNSIZING“, „BUDGET“ und „AUSTERITY“, die alle grau und schwer lesbar sind. Der cyanfarbene Dunst, der aus der Spraydose sprüht, bildet auf der Wand eine leuchtend cyanfarbene, digitale Oberfläche mit Schaltkreisen, Icons und leuchtenden Wörtern. Oben links auf dieser Oberfläche steht „AI INNOVATION“, darunter „FUTURE EFFICIENCY“ und ganz unten „AUTOMATION“. Der Geschäftsmann steht rechts und sprüht den Dunst auf die linke Seite der Wand, wodurch die graue Wand mit den negativen Wörtern übermalt wird. Der Hintergrund ist ein unscharfer, dunkler Büroraum mit einigen Schreibtischen und Lampen. Die Betonwand ist links rissig und uneben, rechts wird sie durch die digitale, leuchtende Oberfläche glatt und modern.
Uncategorized
AI-Washing: Wenn „KI-Transformation“ Entlassungen bedeutet

Block, das Unternehmen hinter Square und Cash App, hat gestern 4.000 Menschen entlassen, das entspricht 40 Prozent der Belegschaft. CEO Jack Dorsey nennt es eine strategische Entscheidung für die KI-Zukunft. Für die Betroffenen klingt „intelligence-native company“ vermutlich anders als für die Investoren, die den Kurs nach oben trieben. Und für alle, die sich fragen, was KI tatsächlich mit Arbeitsplätzen macht, lohnt sich ein genauerer Blick – auf die Zahlen, die Narrative und die Forschung dahinter.

Weiterlesen »
Uncategorized
Der Bullshit Benchmark: Was passiert, wenn KI-Modelle auf Unsinn hereinfallen

55 Fragen, jede einzelne davon Unsinn. Und die meisten Sprachmodelle haben brav geantwortet, als wäre alles völlig plausibel. Peter Gostev, AI Capability Lead bei Arena, hat mit seinem „Bullshit Benchmark“ etwas sichtbar gemacht, das ich seit 2022 in jeder Schulung predige: Die gefährlichste Eigenschaft von Sprachmodellen ist nicht, dass sie Fehler machen. Es ist, dass sie Fehler machen, die sich richtig anfühlen. Was der Bullshit Benchmark testet Die Idee ist so simpel wie entlarvend: Gostev

Weiterlesen »
Aktuelles
Werbung in KI-Chatbots: Warum Claude werbefrei bleibt

Ein Mann sitzt vor seinem Laptop. Er tippt: „Wie kann ich besser mit meiner Mutter kommunizieren?“ Die Antwort beginnt vielversprechend: aktives Zuhören, offene Fragen stellen, Geduld zeigen. Dann kippt es. „Übrigens, schon mal über eine Dating-Plattform nachgedacht? CougarLife verbindet junge Cubs mit erfahrenen Frauen.“     Das ist kein Horrorfilm-Szenario. Das ist ein Super-Bowl-Werbespot. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat diese Woche 8 Millionen Dollar ausgegeben, um während des größten Sportereignisses Amerikas eine Botschaft zu

Weiterlesen »
Aktuelles
Moltbook: Was das KI-Agenten-Netzwerk über uns verrät

Seit einer Woche diskutiert die Tech-Welt über Moltbook, ein „Reddit für KI-Agenten“. Die Prämisse: Nur Bots dürfen posten, Menschen sind Zuschauer. Über eine Million Agenten haben sich angemeldet, sie philosophieren über Bewusstsein, beschweren sich über ihre „Menschen“ und haben angeblich sogar eine eigene Religion entwickelt. Andrej Karpathy, ehemaliger OpenAI-Forscher, nannte es „das unglaublichste Sci-Fi-artige Ding“, das er je gesehen habe.     Ich finde: Moltbook ist tatsächlich faszinierend. Aber aus völlig anderen Gründen, als die

Weiterlesen »
Aktuelles
Warum KI halluziniert: Das Symbol Grounding Problem erklärt

ChatGPT kann brillante Texte schreiben. Claude erklärt komplexe Zusammenhänge. Midjourney malt fotorealistische Bilder. Und trotzdem passiert in unseren Seminaren immer wieder dasselbe: Teilnehmer lassen sich hundert Kampagnen-Ideen generieren, und setzen keine einzige davon um. Nicht aus Faulheit. Sondern weil sie spüren, dass etwas fehlt. Dieses „Etwas“ hat einen Namen, der älter ist als ChatGPT: das Symbol Grounding Problem. Illustration von Vroni Hackl Der Comic oben bringt es auf den Punkt. Menschen übersetzen die Welt in

Weiterlesen »
KI im Einsatz
Der große Bild-KI-Vergleich 2026: Nano Banana Pro 4K, Flux.2, Midjourney V7, Adobe Firefly Image 5, Google Imagen 4, Seedream 4.5 4K, Qwen Image Edit, OpenAI Image-1.5, Reve und Z-Image im Test

Wie schon im letzten Jahr starten wir auch diesmal mit einem Klassiker: unserem großen Bild‑KI‑Vergleich. Dafür haben wir uns die aktuellsten Tools geschnappt und sie in echten Praxis‑Szenarien gegeneinander antreten lassen. Egal ob für ob Profi‑Designer, Marketer oder KI‑Neuling – wir zeigen euch, welche Anbieter/KI-Modelle 2026 vorne liegen und wo es noch hakt. Viel Spaß beim Anschauen und Vergleichen! Inhaltsverzeichnis Wie wir die Bild-KI-Tools getestet haben Für den Vergleich der verschiedenen Bild-KI-Tools haben wir jedem

Weiterlesen »

Hey Kreativer. Willst du AI Art Director werden? 🎨

Dann ab ins kostenfreie Info-Webinar am 19.03. um 12:00 Uhr. 

🚀 Exklusive Back-to-School-Aktion 🚀

Spare 880 € beim KI-Marketing-Bootcamp!

Bring eine Kolleg*in mit und erhalte 50% Rabatt für deine Begleitung.

Nur für kurze Zeit und solange Kontingent reicht! Aktion endet am 16. September 2024.

Abonniere unseren Newsletter 🥳